Erdöl und Erdgas dienen bis heute weltweit als Energieträger und Rohstoffe für die chemische Industrie, sie bleiben zentral für Energiesicherheit und wirtschaftliche Stabilität. Auch für Kunststoffe und andere Produkte der chemischen Industrie werden weiter Kohlenstoffquellen benötigt. Der Vortrag geht der Frage nach, wie Kohlenstoff effizient in einem Kreislauf geführt werden kann. Wie lassen sich gleichzeitig neue industrielle Wertschöpfungsketten erschließen? Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „vhs.wissen live – das digitale Wissenschaftsprogramm“ als Kooperation der Volkshochschulen Chemnitz, Landkreis Esslingen und SüdOst im Landkreis München. Sie findet in Kooperation mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) statt.
Die transatlantischen Beziehungen stehen in der Diskussion, vielfach wird von einer Krise innerhalb der NATO und einer Krise der liberalen internationalen Ordnung gesprochen. Der Vortrag skizziert die Veränderungen in der US-Außenpolitik unter Donald Trump sowie ihre Folgen für die deutsche und europäische Außenpolitik und das europäische Streben nach strategischer Autonomie. An diesem Abend werden aktuelle Forschungen zur Internationalen Politik vorgestellt. Wir laden Sie ein, mit dem Politikwissenschaftler Prof. Dr. Kai Oppermann ins Gespräch zu kommen.
Stolpersteine sind ein Projekt gegen das Vergessen und ein fester Bestandteil der deutschen Erinnerungskultur. In Chemnitz erinnern mehr als 360 Gedenksteine, eingelassen in den Bürgersteig, an tragische Schicksale von Menschen, die während des nationalsozialistischen Regimes verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Tod getrieben wurden. Die kleinen Messingtafeln auf den Steinen geben Auskunft über Namen und die wichtigsten Lebensdaten dieser Menschen und markieren ihre letzten Wohn- oder Wirkungsstätten. Seit seiner Gründung ist das Projekt der Stolpersteine umstritten. Vortrag und Gespräch gehen der Frage nach, welche Stärken und Schwächen diskutiert werden und auf welche Weise Stolpersteine als Teil einer deutsch-jüdischen Demokratiegeschichte verstanden werden können. Die Veranstaltung ist Teil von „Tacheles 2026“, dem Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen.
Der Roman „Herumtreiberinnen“ von Bettina Wilpert erzählt die Schicksale von drei jungen Frauen in Leipzig im 20. Jahrhundert. Er führt vor Augen, welchen Einfluss unterschiedliche politische Regime und Gewalt auf das Leben einzelner Frauen haben. Zu den Protagonistinnen gehört Manja: Sie ist 17 Jahre alt und lebt im Leipzig der 1980er- Jahre. Ihre beste Freundin Maxie und sie schwänzen die Schule, sie brechen in Schrebergärten ein und treffen sich im Freibad oder auf dem Rummel mit Jungs. Bis Manja im Zimmer des Vertragsarbeiters Manuel von der Volkspolizei erwischt und in eine Geschlossene Venerologische Station für Frauen zwangseingewiesen wird. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V., der Gedenkstätte Hoheneck, des Instituts für Politikwissenschaft der TU Chemnitz, der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Volkshochschule Chemnitz. Mit freundlicher Unterstützung der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Mit dem Siegeszug der Sozialen Medien hat sich die öffentliche Kommunikation grundlegend verändert. Studien zeigen: Vielen gelten Soziale Medien als rechtsfreie Räume. Sie verzerren politische Diskurse und wirken auch auf traditionelle Medien zurück. Geht es einigen Akteuren inzwischen primär um Aufmerksamkeit, die am ehesten durch emotionale Dauererregung erzeugt wird, schwindet der sachliche, konstruktive Dialog. Der Kurs geht diesen Fragen aus sprachwissenschaftlicher Sicht nach. Im Kurs wird die Wirkungsweise populistischer Rhetorik in Sozialen Medien untersucht.
Seit Urzeiten erkunden Menschen den Willen der Götter, befolgen deren heilige Ordnung und hoffen auf Erlösung. Der Religionswissenschaftler Prof. Dr. Bernhard Maier beschreibt in seinem Buch „Weltgeschichte der Religionen. Von der Steinzeit bis heute“ die Geschichte der Religionen von den frühesten Grabkulten über die Weltbilder des Alten Orients und den Monotheismus bis zu den heutigen Religionskonflikten und der individuellen Suche vieler Menschen nach Heil. An diesem Abend möchte er zu seinen Forschungen rund um die Geschichte der Religionen ins Gespräch kommen.
Der Vortrag beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen Veränderungen wahrnehmen und wie unterschiedliche Gruppen auf sozialen Wandel reagieren. Dabei soll gezeigt werden, dass ein Teil der gegenwärtigen politischen und sozialen Konflikte mit einer starken Dynamisierung der Gesellschaft zu tun hat. Es wird auch diskutiert, wie sich das Bedürfnis nach Kontinuität und Prozesse der Veränderung miteinander kombinieren lassen. Prof. Dr. Steffen Mau hat den Lehrstuhl für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin inne und ist Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen. Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „vhs.wissen live – das digitale Wissenschaftsprogramm“ als Kooperation der Volkshochschulen Chemnitz, Landkreis Esslingen und SüdOst im Landkreis München.
Geschlossene Venerologische Stationen – dahinter verbirgt sich ein Kapitel von DDR-Unrecht, das bislang nur wenig bekannt ist. Unter dem Vorwurf, an einer sexuell übertragbaren Krankheit zu leiden, wurden zehntausende Frauen ab einem Alter von zwölf Jahren für mehrere Wochen in abgeschlossene Klinikbereiche zwangseingewiesen. Dort waren sie täglich sexualisierter Gewalt und einem rigorosen Disziplinierungs- und Strafregime ausgesetzt. Der Vortrag gibt einen Überblick zu diesem Thema und präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse für den ehemaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V., der Gedenkstätte Hoheneck, des Instituts für Politikwissenschaft der TU Chemnitz, der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Volkshochschule Chemnitz. Mit freundlicher Unterstützung der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Der Vortrag zeichnet ein Innenbild der rivalisierenden Strömungen der „trumpistischen“ Szene in den USA am Beispiel der MAGA-Bewegung im Umfeld der anstehenden Zwischenwahlen in den USA. Dabei werden auch die Stärkeverhältnisse innerhalb der rechten Szene in den USA analysiert. Gibt es einen „Trumpismus“ ohne Donald Trump? Wie wird sich die MAGA-Bewegung weiterentwickeln? Wie sieht es in der MAGA-Bewegung intern aus? Der Referent Prof. Dr. Michael Hochgeschwender lehrt Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „vhs.wissen live – das digitale Wissenschaftsprogramm“ als Kooperation der Volkshochschulen Chemnitz, Landkreis Esslingen und SüdOst im Landkreis München.
Was unterscheidet das Aufwachsen in einer Diktatur von dem in einer Demokratie? Was passierte, wenn Jugendliche in der DDR mit dem System in Konflikt gerieten? Die Veranstaltung geht der Frage nach, was junge Menschen damals geprägt hat und was sie heute beschäftigt, wo Erfahrungen vergleichbar und wo Unterschiede entscheidend sind. Die Veranstaltung lädt dazu ein, Generationen ins Gespräch zu bringen und über das Leben von jungen Menschen in Umbruchszeiten nachzudenken. Im Gespräch mit Lisa Trebs und Tim Eisenlohr geht die Moderatorin Miriam Menzel diesen Fragen nach. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Deutschen Volkshochschulverbandes und der Bundesstiftung Aufarbeitung.
Mit Internet, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz verändern sich Arbeitswelten seit vielen Jahren spürbar. Unter anderem wird Arbeit flexibler und mobiler, Grenzen zwischen Erwerbsarbeit und anderen Lebensbereichen verschwimmen. Kommunikation und Zusammenarbeit werden mittlerweile in hohem Maß über digitale Medien organisiert. Damit ändern sich Anforderungen an die Einzelnen, Kollegialität und die Bedeutung des betrieblichen Arbeitsplatzes als sozialem Ort. Der Vortrag gibt einen Überblick über zentrale Forschungsergebnisse, insbesondere zum Wandel von Büroarbeit.
Welche Rolle spielen Emotionen in der Politik? Gerade widerstreitende Meinungen oder politische Gegner rufen persönliche Gefühle hervor, selten gelingt es, neutral zu sein. Aber welche Gefühle sind das genau, wie entstehen sie und was bewirken sie in der Gesellschaft? Der Vortrag geht der Frage nach, warum sich Menschen in Deutschland zunehmend nicht nur politisch, sondern auch emotional voneinander entfernen und welche Konsequenzen dies für das gesellschaftliche Zusammenleben hat.
Wie entstehen Kriege? Und wie Frieden? Ulrike Herrmann, Wirtschaftsredakteurin bei der "tageszeitung" und u.a. bekannt als Autorin populärer Sachbücher wie "Das Ende des Kapitalismus - Warum Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind" (2022), untersucht in ihrem neuen Buch "Geld als Waffe - Wie die Wirtschaft über Krieg und Frieden entscheidet" (2026) große internationale Konflikte. Sie analysiert, dass die Gründe nicht nur historisch, psychologisch oder politisch sind, sondern dass oft ökonomische Faktoren ausschlaggebend sind. Sie zeigt am Beispiel Russlands, wie die wirtschaftliche Entwicklung des Landes permanente Kriege auch in Zukunft wahrscheinlich macht. Und sie beschreibt Chinas Aufstieg zur Supermacht und erklärt, wie Präsident Xi sein Land in eine ökonomische Sackgasse manövriert hat, die er mit seinen Aggressionen gegen Taiwan zu kaschieren versucht. Zusammen mit Jakob Landwehr-Matlé, Politikwissenschaftler von der TU Chemnitz, wollen wir mit ihr über ihr Buch diskutieren. Die Moderation übernimmt Hanka Kliese.
Der Zeithistoriker Prof. Dr. Norbert Frei nimmt den 150. Geburtstag Konrad Adenauers 2026 zum Anlass für ein Porträt des Mannes, der die deutsche Geschichte nach 1945 als Bundeskanzler geprägt hat. Konrad Adenauer bildet nach der NS-Diktatur, dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Holocaust 1949 die erste Bundesregierung und verankert die von außen gestiftete Demokratie in der Bundesrepublik. Der Vortrag zeichnet die Kanzlerschaft Konrad Adenauers nach. Prof. Dr. Norbert Frei lehrte Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „vhs.wissen live – das digitale Wissenschaftsprogramm“ als Kooperation der Volkshochschulen Chemnitz, Landkreis Esslingen und SüdOst im Landkreis München.
Das jüdische Leben in der DDR ist eher unbekannt. Die Veranstaltung geht der Frage nach, welchen Raum jüdische Erfahrungen im staatlich verordneten Antifaschismus in der DDR erhielten. Wurde im staatlichen Gedenken allgemein von „Kämpfern gegen den Faschismus“ gesprochen, rangen jüdische Überlebende bereits direkt nach 1945 um eine würdige Bestattung der Toten und eine sichtbare Erinnerung an die Shoah. Der Historiker Dr. Alexander Walther geht in seinem Vortrag der Rolle jüdischer Akteure wie Lin Jaldati, Helmut Eschwege oder Heinz Knobloch nach. Anhand persönlicher Nachlässe zeigt er ihr spannungsreiches Handeln zwischen eigensinniger Aufklärungsarbeit und teils schmerzhaften Zugeständnissen an die SED. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, an einer Kurzführung durch die Ausstellung "Zwischen Integration, Ausgrenzung und Verfolgung: Auf den Spuren jüdischer Geschichte" im Staatsarchiv oder an einem Rundgang im benachbarten Bundesarchiv - Stasi-Unterlagen-Archiv teilzunehmen. Es können außerdem Anträge auf Einsicht in die Stasi-Unterlagen gestellt werden. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, des Staatsarchivs Chemnitz, des Stasi-Unterlagen-Archivs Chemnitz und der Volkshochschule Chemnitz im Projekt „Kontrovers vor Ort“. Die Veranstaltungsreihe findet statt im Rahmen von TACHELES 2026, dem Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen.
Warum ist es so wichtig, miteinander zu sprechen? Weil das Gespräch verbindet, den Geist erfrischt und das Miteinander stärkt. Für Menschen als soziale Wesen ist das Sprechen wichtig, ein regelmäßiger Austausch beugt Einsamkeit vor. Diesen Fragen geht der Vortrag aus sprachwissenschaftlicher Perspektive nach. Wir laden, Sie, intensiv miteinander ins Gespräch zu kommen.
Im Jahr 1795 verfasste Immanuel Kant die kleine, aber bedeutende Schrift „Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf“. Darin formuliert er ein philosophisches Regelwerk für die Politik, das zwar eine Utopie bleibt, aber dennoch Gedanken enthält, die bis heute programmatisch sind, wie etwa der Völkerbund oder die Vereinten Nationen zeigen. Auch für die Philosophen Grete Hermann (1901 bis 1984) und Carl Friedrich von Weizsäcker (1912 bis 2007) spielt das Thema der Friedenssicherung eine zentrale Rolle. Worin besteht die Aktualität dieser Überlegungen? Inwiefern helfen solche Gedanken in politisch unruhigen Zeiten?
Die Astronomie gehört für viele zu den schönsten Wissenschaften überhaupt, weil mit ihr faszinierende und atemberaubend ästhetische Aufnahmen gewonnen werden können. Einen großen Anteil daran haben Weltraumteleskope wie Hubble oder neuerdings James Webb. Doch auch andere Instrumente und Methoden der Astrophysik liefern Bilder, die einen großen Reiz ausüben. Der Astrophysiker Dr. Andreas Müller entführt sein Publikum in die Magie der astronomischen Aufnahmen. Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „vhs.wissen live – das digitale Wissenschaftsprogramm“ als Kooperation der Volkshochschulen Chemnitz, Landkreis Esslingen und SüdOst im Landkreis München. Sie findet in Kooperation mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) statt.
Der Vortrag erläutert die Grundnorm der seit 1945 geltenden Völkerrechtsordnung: das Verbot der Anwendung militärischer Gewalt in den internationalen Beziehungen. Mit dem Blick eines Praktikers geht Prof. Dr. Dr. Claus Kreß auf ihren historischen Hintergrund ein und untersucht mit der Friedenssicherung die aktuellen politischen Herausforderungen des Völkerrechts und seine Zukunftsperspektiven. Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „vhs.wissen live – das digitale Wissenschaftsprogramm“ als Kooperation der Volkshochschulen Chemnitz, Landkreis Esslingen und SüdOst im Landkreis München.
In vielen zeitgenössischen politischen Debatten spielt der Begriff der Freiheit eine große Rolle. Gerade bei der Frage, wo die Grenzen der Meinungsfreiheit liegen, wird die Freiheit von Individuen in Gesellschaft und Politik diskutiert. Erscheint Freiheit für die einen nur mehr als Floskel oder Schlachtruf, suchen andere nach der Substanz des Begriffs. Der Vortrag geht diesen Fragen nach und greift dabei auf philosophische Traditionen von Freiheit zurück. Wir laden Sie ein, dazu mit Dr. Philipp Schink ins Gespräch zu kommen. Er forscht seit vielen Jahren zu den Themen des Abends und hat 2017 u. a. die Textsammlung „Freiheit. Zeitgenössische Texte zu einer philosophischen Kontroverse“ veröffentlicht.
Steht die deutsche Demokratie 35 Jahre nach der Einheit am Scheideweg? Stellen wir uns den Freiheitsaufgaben oder geben wir unsere Freiheit auf? Marko Martin blickt in seinem Buch „Freiheitsaufgaben“ über den Tellerrand der innerdeutschen Debatten zu den großen intellektuellen Stimmen wie Manès Sperber und André Glucksmann. Er formuliert einen Appell gegen die Lockrufe nach autokratischer Entmündigung und für eine kategorische Ablehnung der Mutlosigkeit. Als gebürtiger Sachse, als Kriegsdienstverweigerer noch vor dem Mauerfall ausgereist, ist Marko Martin in Ost und West sozialisiert. In seinem Buch ermutigt er dazu, das Verständnis von Freiheit zu überprüfen. Zu stark sei das Missverständnis vieler, diese bedeute automatisch Glück. Doch Freiheit heißt Verantwortung. Wir laden Sie ein, an diesem Abend mit ihm ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V. und der Volkshochschule Chemnitz.