Im nationalsozialistischen Deutschland drangsaliert und verfolgt, versuchten viele Jüdinnen und Juden verzweifelt, sich ins Ausland zu retten. Doch potenzielle Zufluchtsstaaten schlossen ihre Grenzen und schotteten sich mit jeder weiteren deutschen Expansion stärker ab. Der Völkerbund und die US-Regierung bemühten sich erfolglos, die Flüchtlingspolitik zu koordinieren: Auf der Konferenz im französischen Évian berieten im Juli 1938 Staaten und Hilfsorganisationen über die Aufnahme von Flüchtlingen, allerdings ohne Ergebnis. Viele der Flüchtlinge wählten illegale und gefährliche Fluchtwege. Im Vortrag stellt die Historikerin und Politikwissenschaftlerin Dr. Susanne Heim diese Geschichte der Verfolgung der deutschen Jüdinnen und Juden dar. Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „vhs.wissen live – das digitale Wissenschaftsprogramm“ als Kooperation der Volkshochschulen Chemnitz, Landkreis Esslingen und SüdOst im Landkreis München.
Stolpersteine sind ein Projekt gegen das Vergessen und ein fester Bestandteil der deutschen Erinnerungskultur. In Chemnitz erinnern mehr als 360 Gedenksteine, eingelassen in den Bürgersteig, an tragische Schicksale von Menschen, die während des nationalsozialistischen Regimes verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Tod getrieben wurden. Die kleinen Messingtafeln auf den Steinen geben Auskunft über Namen und die wichtigsten Lebensdaten dieser Menschen und markieren ihre letzten Wohn- oder Wirkungsstätten. Seit seiner Gründung ist das Projekt der Stolpersteine umstritten. Vortrag und Gespräch gehen der Frage nach, welche Stärken und Schwächen diskutiert werden und auf welche Weise Stolpersteine als Teil einer deutsch-jüdischen Demokratiegeschichte verstanden werden können. Die Veranstaltung ist Teil von „Tacheles 2026“, dem Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen.
Der Roman „Herumtreiberinnen“ von Bettina Wilpert erzählt die Schicksale von drei jungen Frauen in Leipzig im 20. Jahrhundert. Er führt vor Augen, welchen Einfluss unterschiedliche politische Regime und Gewalt auf das Leben einzelner Frauen haben. Zu den Protagonistinnen gehört Manja: Sie ist 17 Jahre alt und lebt im Leipzig der 1980er- Jahre. Ihre beste Freundin Maxie und sie schwänzen die Schule, sie brechen in Schrebergärten ein und treffen sich im Freibad oder auf dem Rummel mit Jungs. Bis Manja im Zimmer des Vertragsarbeiters Manuel von der Volkspolizei erwischt und in eine Geschlossene Venerologische Station für Frauen zwangseingewiesen wird. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V., der Gedenkstätte Hoheneck, des Instituts für Politikwissenschaft der TU Chemnitz, der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Volkshochschule Chemnitz. Mit freundlicher Unterstützung der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Wer die eigene Familiengeschichte erforschen möchte, steht vor folgenden Fragen: Wo sind Informationen über die Vorfahren erhältlich? Wie lassen sich die Forschungsergebnisse sinnvoll ordnen? Welche Hilfsmittel stehen bei Recherche und Auswertung von Informationen zur Verfügung? Dieser Kurs macht Sie mit den Grundlagen der Genealogie vertraut und bietet Hilfestellung für das Lesen alter Urkunden.
Geschlossene Venerologische Stationen – dahinter verbirgt sich ein Kapitel von DDR-Unrecht, das bislang nur wenig bekannt ist. Unter dem Vorwurf, an einer sexuell übertragbaren Krankheit zu leiden, wurden zehntausende Frauen ab einem Alter von zwölf Jahren für mehrere Wochen in abgeschlossene Klinikbereiche zwangseingewiesen. Dort waren sie täglich sexualisierter Gewalt und einem rigorosen Disziplinierungs- und Strafregime ausgesetzt. Der Vortrag gibt einen Überblick zu diesem Thema und präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse für den ehemaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V., der Gedenkstätte Hoheneck, des Instituts für Politikwissenschaft der TU Chemnitz, der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Volkshochschule Chemnitz. Mit freundlicher Unterstützung der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Die Alte Aktienspinnerei Chemnitz war mit ihrer Erbauung in der Mitte des 19. Jahrhunderts die größte Baumwollspinnerei Sachsens und ein bedeutender Ort der sächsischen Industriegeschichte. Seither wurde das Gebäude nicht nur als Spinnerei, sondern auch auf verschiedenste andere Weisen genutzt. Seit 2020 beherbergt es die Zentrale Bibliothek und das Archiv der Technischen Universität Chemnitz. Nicht nur äußerlich macht das Gebäude seit der Sanierung (2014 bis 2020) nachhaltig Eindruck. Auch im Inneren eröffnet sich heute ein imposantes Ensemble als Ort des Lernens und Forschens, aber auch der Kommunikation und der Begegnung. Diese Führung lädt ein, das Gebäude, seine Geschichte und die heutige Nutzung kennenzulernen.
Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen und auf die Funktionsweise des Chemnitzer Stadtbades. Im Stil des Neuen Bauens entworfen und 1935 eröffnet, gehörte das Chemnitzer Stadtbad zu den größten und modernsten Hallenbädern Europas. Nach mehreren Sanierungen im Bereich der gebäudetechnischen Infrastruktur öffnet das Stadtbad mit moderner Bädertechnik seine Pforten zur Besichtigung der bädertechnischen Anlagen.
Die Führung gibt einen Überblick über die doppelte Diktaturgeschichte des ehemaligen Kaßberg-Gefängnisses. Der Rundgang führt durch die drei Ausstellungsbereiche: Zeit des Nationalsozialismus, Untersuchungshaft in der Zeit des sowjetischen Geheimdienstes NKWD/MGB und Zeit der DDR-Staatssicherheit. Der innerdeutsche Häftlingsfreikauf wird thematisiert. Die Führung beleuchtet ausgewählte Haftschicksale und gibt einen ersten Einblick in Hintergründe und Zusammenhänge der jeweiligen Repressionsapparate.
Wie entstehen Kriege? Und wie Frieden? Ulrike Herrmann, Wirtschaftsredakteurin bei der "tageszeitung" und u.a. bekannt als Autorin populärer Sachbücher wie "Das Ende des Kapitalismus - Warum Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind" (2022), untersucht in ihrem neuen Buch "Geld als Waffe - Wie die Wirtschaft über Krieg und Frieden entscheidet" (2026) große internationale Konflikte. Sie analysiert, dass die Gründe nicht nur historisch, psychologisch oder politisch sind, sondern dass oft ökonomische Faktoren ausschlaggebend sind. Sie zeigt am Beispiel Russlands, wie die wirtschaftliche Entwicklung des Landes permanente Kriege auch in Zukunft wahrscheinlich macht. Und sie beschreibt Chinas Aufstieg zur Supermacht und erklärt, wie Präsident Xi sein Land in eine ökonomische Sackgasse manövriert hat, die er mit seinen Aggressionen gegen Taiwan zu kaschieren versucht. Zusammen mit Jakob Landwehr-Matlé, Politikwissenschaftler von der TU Chemnitz, wollen wir mit ihr über ihr Buch diskutieren. Die Moderation übernimmt Hanka Kliese.
Die Alte Aktienspinnerei Chemnitz war mit ihrer Erbauung in der Mitte des 19. Jahrhunderts die größte Baumwollspinnerei Sachsens und ein bedeutender Ort der sächsischen Industriegeschichte. Seither wurde das Gebäude nicht nur als Spinnerei, sondern auch auf verschiedenste andere Weisen genutzt. Seit 2020 beherbergt es die Zentrale Bibliothek und das Archiv der Technischen Universität Chemnitz. Nicht nur äußerlich macht das Gebäude seit der Sanierung (2014 bis 2020) nachhaltig Eindruck. Auch im Inneren eröffnet sich heute ein imposantes Ensemble als Ort des Lernens und Forschens, aber auch der Kommunikation und der Begegnung. Diese Führung lädt ein, das Gebäude, seine Geschichte und die heutige Nutzung kennenzulernen.
Der Nationalsozialismus wirkt auf vielfältige Weise bis in die heutige Gesellschaft hinein. Viele Menschen fragen sich, welche Rollen ihre Familienangehörigen, Bekannten oder Vereinsmitglieder während dieser Zeit innehatten. Wer sich auf den Weg der Recherche begibt, ist nicht immer im Besitz umfangreicher Dokumente. Manchmal liefern Erzählungen oder persönliche Dokumente erste Anhaltspunkte, Einige beginnen die Suche ohne jegliches Vorwissen. Doch wie recherchiert man eigentlich in einem Archiv? Was lässt sich dort über die eigenen Vorfahren herausfinden – und was vielleicht auch nicht? Wie sind die Ergebnisse zu verstehen? Diesen Fragen widmen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops mit professioneller Unterstützung des Historikers und Journalisten Dr. Johannes Spohr. Er führt in die Grundlagen der Recherche ein, liefert Anregungen und Tipps und geht auf individuelle Fragen zur Recherche ein. Der Workshop ermutigt dazu, Archive zu nutzen und Hürden abzubauen. Außerdem wird diskutiert, welche Bedeutung eine solche Recherche hat – individuell und gesellschaftlich. Dieser Workshop ist eine Kooperation des Buntmacher*innen e. V. und der Volkshochschule Chemnitz. Er wird durch den Lokalen Aktionsplan für Demokratie, Toleranz und ein weltoffenes Chemnitz im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!" sowie durch den Landespräventionsrat des Freistaates Sachsen gefördert.
Der Zeithistoriker Prof. Dr. Norbert Frei nimmt den 150. Geburtstag Konrad Adenauers 2026 zum Anlass für ein Porträt des Mannes, der die deutsche Geschichte nach 1945 als Bundeskanzler geprägt hat. Konrad Adenauer bildet nach der NS-Diktatur, dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Holocaust 1949 die erste Bundesregierung und verankert die von außen gestiftete Demokratie in der Bundesrepublik. Der Vortrag zeichnet die Kanzlerschaft Konrad Adenauers nach. Prof. Dr. Norbert Frei lehrte Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „vhs.wissen live – das digitale Wissenschaftsprogramm“ als Kooperation der Volkshochschulen Chemnitz, Landkreis Esslingen und SüdOst im Landkreis München.
Der Rundgang führt in die Geschichte des ehemaligen Gefängnisses Hoheneck ein und beleuchtet die politische Strafjustiz in der DDR. Etwa 24.000 Frauen waren dort teils aus politischen Gründen inhaftiert. Die Führung gibt grundlegende Informationen zur Geschichte des Gebäudes, zum Leben der Inhaftierten, zur Bedeutung dieses Ortes in der deutschen Geschichte und zeigt die politischen Hintergründe. Wir laden Sie ein, die im Sommer 2024 eröffnete Gedenkstätte kennenzulernen.
Das jüdische Leben in der DDR ist eher unbekannt. Die Veranstaltung geht der Frage nach, welchen Raum jüdische Erfahrungen im staatlich verordneten Antifaschismus in der DDR erhielten. Wurde im staatlichen Gedenken allgemein von „Kämpfern gegen den Faschismus“ gesprochen, rangen jüdische Überlebende bereits direkt nach 1945 um eine würdige Bestattung der Toten und eine sichtbare Erinnerung an die Shoah. Der Historiker Dr. Alexander Walther geht in seinem Vortrag der Rolle jüdischer Akteure wie Lin Jaldati, Helmut Eschwege oder Heinz Knobloch nach. Anhand persönlicher Nachlässe zeigt er ihr spannungsreiches Handeln zwischen eigensinniger Aufklärungsarbeit und teils schmerzhaften Zugeständnissen an die SED. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, an einer Kurzführung durch die Ausstellung "Zwischen Integration, Ausgrenzung und Verfolgung: Auf den Spuren jüdischer Geschichte" im Staatsarchiv oder an einem Rundgang im benachbarten Bundesarchiv - Stasi-Unterlagen-Archiv teilzunehmen. Es können außerdem Anträge auf Einsicht in die Stasi-Unterlagen gestellt werden. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, des Staatsarchivs Chemnitz, des Stasi-Unterlagen-Archivs Chemnitz und der Volkshochschule Chemnitz im Projekt „Kontrovers vor Ort“. Die Veranstaltungsreihe findet statt im Rahmen von TACHELES 2026, dem Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen.
Die Führung gibt einen Überblick über die doppelte Diktaturgeschichte des ehemaligen Kaßberg-Gefängnisses. Der Rundgang führt durch die drei Ausstellungsbereiche: Zeit des Nationalsozialismus, Untersuchungshaft in der Zeit des sowjetischen Geheimdienstes NKWD/MGB und Zeit der DDR-Staatssicherheit. Der innerdeutsche Häftlingsfreikauf wird thematisiert. Die Führung beleuchtet ausgewählte Haftschicksale und gibt einen ersten Einblick in Hintergründe und Zusammenhänge der jeweiligen Repressionsapparate.
Die deutsche Kurrentschrift war etwa seit Beginn der Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert hinein die übliche Geschäftsschrift im deutschen Sprachraum. Wer mit handschriftlichen Quellen aus diesem Zeitraum arbeitet, muss diese Schrift daher sicher lesen können. Dieser Kurs informiert über das Schriftbild der deutschen Kurrent von den Anfängen bis zum Sütterlin und erläutert gängige Abkürzungen, die heute nicht mehr ohne Weiteres verstanden werden. Vor allem aber wird das Lesen der deutschen Kurrentschrift anhand von Beispielen aus dem 17. bis 20. Jahrhundert geübt. Einige Schreibübungen erleichtern den Einstieg.
Steht die deutsche Demokratie 35 Jahre nach der Einheit am Scheideweg? Stellen wir uns den Freiheitsaufgaben oder geben wir unsere Freiheit auf? Marko Martin blickt in seinem Buch „Freiheitsaufgaben“ über den Tellerrand der innerdeutschen Debatten zu den großen intellektuellen Stimmen wie Manès Sperber und André Glucksmann. Er formuliert einen Appell gegen die Lockrufe nach autokratischer Entmündigung und für eine kategorische Ablehnung der Mutlosigkeit. Als gebürtiger Sachse, als Kriegsdienstverweigerer noch vor dem Mauerfall ausgereist, ist Marko Martin in Ost und West sozialisiert. In seinem Buch ermutigt er dazu, das Verständnis von Freiheit zu überprüfen. Zu stark sei das Missverständnis vieler, diese bedeute automatisch Glück. Doch Freiheit heißt Verantwortung. Wir laden Sie ein, an diesem Abend mit ihm ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V. und der Volkshochschule Chemnitz.
Die Führung gibt einen Überblick über die doppelte Diktaturgeschichte des ehemaligen Kaßberg-Gefängnisses. Der Rundgang führt durch die drei Ausstellungsbereiche: Zeit des Nationalsozialismus, Untersuchungshaft in der Zeit des sowjetischen Geheimdienstes NKWD/MGB und Zeit der DDR-Staatssicherheit. Der innerdeutsche Häftlingsfreikauf wird thematisiert. Die Führung beleuchtet ausgewählte Haftschicksale und gibt einen ersten Einblick in Hintergründe und Zusammenhänge der jeweiligen Repressionsapparate.
Bei dieser Führung tauchen Sie ein in die faszinierende Geschichte der sächsischen Medizin. Über 40 Jahre lang wurden im Krankenhaus Küchwald Instrumente, Geräte und Apparate aus den verschiedensten medizinischen Fachbereichen gesammelt. Von der Äthermaske bis zum Narkosegerät, vom starren Bronchoskop bis zum flexiblen Gastroskop – eine beeindruckende Auswahl historischer Geräte kann hier aus nächster Nähe betrachtet werden. Die historischen Räume des alten Badehauses bieten dafür den idealen Rahmen. Der Fokus liegt besonders auf Geräten, die in Chemnitz und Umgebung entwickelt wurden.
Jüdisches Leben prägte die Kultur und Wirtschaft der Stadt Chemnitz seit der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts. Im Nationalsozialismus wurde es jedoch fast vollständig ausgelöscht. Ein Rundgang durch Altchemnitz verbindet Orte der Erinnerung mit Wirkungsstätten jüdischer Bürgerinnen und Bürger und einer lebendigen Gegenwart der heutigen jüdischen Gemeinde.