Sprache ist in der Politik mehr als nur eine Stilfrage. Neben Bildern ist Sprache in der Demokratie ein zentrales Instrument zur Regelung des notwendigen politischen Streits. Seit der Antike hat sich die Lehre der Rhetorik damit beschäftigt, wie in der Politik mit Sprache erfolgreich gehandelt wird. Dies schließt die Frage ein, wie mit Sprache demagogisch getrickst wird, auf welche Weise Zuhörerinnen und Zuhörer manipuliert, getäuscht oder überwältigt werden. In dem Kurs werden sprachwissenschaftlich-rhetorische Instrumente zur Analyse von politischen Debatten vermittelt und praktisch erprobt. Der Kursleiter ist Sprachwissenschaftler und beschäftigt sich seit vielen Jahrzehnten mit Sprache in Politik und Medien.
Die industrielle Produktion ist das Rückgrat des deutschen Wohlstandes, doch sie steht massiv unter Druck: globale Konkurrenz, fragile Lieferketten, geopolitische Krisen und der Klimawandel fordern die Industrieunternehmen heraus. An diesem Abend wird die Idee einer Industrie 4.0 vorgestellt: eine vernetzte Wertschöpfung, die wettbewerbsfähig, resilient, nachhaltig und zukunftsfähig ist. Björn Sautter gibt Einblicke in strategische Überlegungen und Forschungsansätze und unterfüttert diese mit anschaulichen Beispielen aus der industriellen Praxis. Er ist Senior Expert Industrie 4.0 bei der Festo SE & Co. KG und stellvertretender Industriesprecher des Forschungsbeirats Industrie 4.0. Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „vhs.wissen live – das digitale Wissenschaftsprogramm“ als Kooperation der Volkshochschulen Chemnitz, Landkreis Esslingen und SüdOst im Landkreis München. Sie findet zudem in Kooperation mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) statt.
Während der deutschen Besatzung Italiens im Zweiten Weltkrieg desertierten 3.000 Wehrmachtssoldaten. Nahezu jeder Dritte schloss sich dem antifaschistischen Widerstand an und kämpfte auf Seiten der italienischen Partisanen. Einer von ihnen war Walter Fischer, ein Lithograph aus Chemnitz. Bis zur Befreiung Italiens kämpfte er in den Reihen der 77. Brigade in der Emilia Romagna in Mittelitalien und zeichnete. An diesem Abend begeben sich sein Sohn Joachim Fischer und der Journalist Andreas Wassermann auf die Spuren von Walter Fischer in Deutschland und Italien. Das Gespräch wird untermalt von Bildern, die er während seiner Zeit als Partisan gefertigt hat, sowie von Texten aus Andreas Wassermanns Buch „Der Partisan und der SS-Mann“. Diese Veranstaltung ist eine Kooperation der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Volkshochschule Chemnitz.
Die Ausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur lädt zu einer anschaulichen Zeitreise durch das "Leseland DDR" ein. Ein Land, dessen Obrigkeit an die Macht des geschriebenen Wortes glaubte und es zugleich fürchtete. Wo das Lesen und Schreiben mit großem Aufwand gefördert wurde, während politisch unerwünschte Literatur in Bibliotheken nur mit einem „Giftschein“ zugänglich war. Die Ausstellung erzählt vom Eigensinn der Menschen, die sich ihre Lektüre nicht vorschreiben lassen wollten. Sie führt aber auch in die Welt der Krimis, Märchen und Science-Fiction ein, berichtet von der Literatur aus der Sowjetunion, den schreibenden Arbeitern des sozialistischen Realismus und lässt in alte Kochbücher blicken. Damit leistet die Ausstellung einen Beitrag zur Kulturgeschichte der DDR. Sie ist vom 7. September 2026 bis 2. Oktober 2026 von montags bis freitags während der Öffnungszeiten in der Volkshochschule zu sehen.
Das DDR-Regime förderte das Lesen und die Lesefreude. Zugleich unterlag jedes gedruckte Wort einer strengen Kontrolle und Zensur. Das Buch „1984“ von George Orwell konnte in der DDR nur lesen, wer einen sogenannten „Giftschein“ hatte. Nur in einigen wissenschaftlichen Bibliotheken lagerten Ausgaben in verschlossenen Schränken. Zur „Giftschrankliteratur“ gehörten aber auch Comics oder Liebesromane aus dem Westen. Gelesen wurden Orwell und viele andere verbotene Autorinnen und Autoren aber dennoch. Der Vortrag erläutert die Zensurpolitik des DDR-Regimes anhand ausgewählter verbotener Bücher in der DDR.
Der Stadtteilspaziergang widmet sich der architektonischen, sozialen und politischen Geschichte des Fritz-Heckert-Gebietes. Ein thematischer Schwerpunkt liegt auf dem Stadtteil als Wohnort, Vernetzungsraum und Tatort des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Während des Spaziergangs werden die konkreten Orte, an denen das NSU-Netzwerk lebte und Verbrechen beging, aufgesucht. Wie war das NSU-Netzwerk in Chemnitz verankert? Der Stadtteilspaziergang beginnt am Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer fahren gemeinsam mit der Straßenbahn ins Fritz-Heckert-Gebiet. Das Bahnticket muss im Vorfeld selbst organisiert werden. Diese Veranstaltung ist eine Kooperation des ASA-FF e. V. Chemnitz und der Volkshochschule Chemnitz.
Der Dokumentarfilm „Liebe Angst“ von Kim Seligsohn und Sandra Prechtel erzählt von einer Tragödie. Kim Seligsohns Großmutter wurde als Jüdin in Auschwitz ermordet, ihre Mutter überlebte knapp mit ihren Brüdern. Dies prägt auch die jüdisch-christliche Sängerin als Angehörige der zweiten Generation. Mit dem Film versucht sie, sich auf sehr persönliche Weise diesen schmerzhaften Erinnerungen zu nähern. An diesem Abend laden wir Sie ein, sich mit Kim Seligsohn zu ihrem Film und den Hintergründen seiner Entstehung auszutauschen. Diese Veranstaltung ist eine Kooperation des Evangelischen Forums Chemnitz und der Volkshochschule Chemnitz.
Das politische Geschehen wird, so scheint es, zunehmend von Gefühlen bestimmt. Kritisieren die einen eine „Daueraufgeregtheit“, in der Fakten durch gefühlte Wahrheiten infrage gestellt werden und einfache Antworten auf komplexe Fragen immer mehr Zuspruch erhalten, erinnern andere an das Gebot der Nüchternheit. Dies greift die von Ute und Bettina Frevert kuratierte Ausstellung „Die Macht der Gefühle“ auf. Sie erzählt die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert anhand von Emotionen. Die Ausstellung verdeutlicht die politische und gesellschaftliche Wirkungsmacht von Angst, Hoffnung, Liebe oder Wut. Die Ausstellung ist bis zum 9. Oktober 2026 von montags bis freitags während der Öffnungszeiten in der Volkshochschule zu sehen. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Evangelischen Forums und der Volkshochschule Chemnitz.
Der Journalist und Wissenschaftler Dr. Lutz Mükke hat als Afrika-Reporter unter anderem für die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung gearbeitet. Als Reporter und Wissenschaftler war er in über 30 Ländern des Kontinents unterwegs. An diesem Abend berichtet er über seine Tätigkeit, den journalistischen Auftrag und seine Recherchen. Dr. Lutz Mükke hat Journalistik und Afrikanistik in Leipzig und Kampala/Uganda studiert. Er war Wissenschaftlicher Direktor am Europäischen Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung und federführender Mitgründer des Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit.
Seit 1990 ist es in Ostdeutschland möglich, die Geschichte der sowjetischen Speziallager nach dem Zweiten Weltkrieg öffentlich aufzuarbeiten. Das betrifft auch die Verhaftungen in Chemnitz und Umgebung. Viele Betroffene kamen ohne ein Urteil in das Speziallager Nr. 2 in Buchenwald. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gedenkstätte Buchenwald informieren in dieser Veranstaltung über die Geschichte der Speziallager und aktuelle Forschungsergebnisse. Sie gibt Anregungen für biografische Recherchen zu Verhafteten und möchten Geschichtsinteressierte zum Gespräch einladen.
Serbien, Kosovo, Albanien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina sowie Nordmazedonien bilden die Länder des westlichen Balkans. Die Region blickt sowohl mit Hoffnung also auch Ablehnung auf die Europäische Union (EU) und ist ein Seismograf globaler und europäischer Entwicklungen. Trotz jahrelanger Verhandlungen ist es bislang nicht gelungen, ihnen eine konkrete Perspektive für den Eintritt in die EU zu bieten. Der westliche Balkan ist zugleich Schauplatz von Konflikten und Spannungen der Nachbarn untereinander oder von Interessen anderer globaler Großmächte. An diesem Abend stellt Prof. Dr. Florian Bieber, Professor für Geschichte und Politik Südosteuropas an der Universität Graz, die Hintergründe vor und zeichnet die historische Entwicklung in der Region nach.
Vertrauen in Wissenschaft und wissenschaftliche Forschungsergebnisse ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Vielfach wachsen Skepsis, Distanz oder offener Widerspruch. Der Vortrag legt dar, warum Vertrauen in Wissenschaft relevant ist, worauf es beruht und warum es in manchen gesellschaftlichen Gruppen stabil bleibt und in anderen erodiert. Prof. Dr. Mike S. Schäfer hat den Lehrstuhl für Wissenschaftskommunikation an der Universität Zürich inne. Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „vhs.wissen live – das digitale Wissenschaftsprogramm“ als Kooperation der Volkshochschulen Chemnitz, Landkreis Esslingen und SüdOst im Landkreis München. Sie findet in Kooperation mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) statt.
Erdöl und Erdgas dienen bis heute weltweit als Energieträger und Rohstoffe für die chemische Industrie, sie bleiben zentral für Energiesicherheit und wirtschaftliche Stabilität. Auch für Kunststoffe und andere Produkte der chemischen Industrie werden weiter Kohlenstoffquellen benötigt. Der Vortrag geht der Frage nach, wie Kohlenstoff effizient in einem Kreislauf geführt werden kann. Wie lassen sich gleichzeitig neue industrielle Wertschöpfungsketten erschließen? Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „vhs.wissen live – das digitale Wissenschaftsprogramm“ als Kooperation der Volkshochschulen Chemnitz, Landkreis Esslingen und SüdOst im Landkreis München. Sie findet in Kooperation mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) statt.
Die transatlantischen Beziehungen stehen in der Diskussion, vielfach wird von einer Krise innerhalb der NATO und einer Krise der liberalen internationalen Ordnung gesprochen. Der Vortrag skizziert die Veränderungen in der US-Außenpolitik unter Donald Trump sowie ihre Folgen für die deutsche und europäische Außenpolitik und das europäische Streben nach strategischer Autonomie. An diesem Abend werden aktuelle Forschungen zur Internationalen Politik vorgestellt. Wir laden Sie ein, mit dem Politikwissenschaftler Prof. Dr. Kai Oppermann ins Gespräch zu kommen.
Stolpersteine sind ein Projekt gegen das Vergessen und ein fester Bestandteil der deutschen Erinnerungskultur. In Chemnitz erinnern mehr als 360 Gedenksteine, eingelassen in den Bürgersteig, an tragische Schicksale von Menschen, die während des nationalsozialistischen Regimes verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Tod getrieben wurden. Die kleinen Messingtafeln auf den Steinen geben Auskunft über Namen und die wichtigsten Lebensdaten dieser Menschen und markieren ihre letzten Wohn- oder Wirkungsstätten. Seit seiner Gründung ist das Projekt der Stolpersteine umstritten. Vortrag und Gespräch gehen der Frage nach, welche Stärken und Schwächen diskutiert werden und auf welche Weise Stolpersteine als Teil einer deutsch-jüdischen Demokratiegeschichte verstanden werden können. Die Veranstaltung ist Teil von „Tacheles 2026“, dem Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen.
Der Roman „Herumtreiberinnen“ von Bettina Wilpert erzählt die Schicksale von drei jungen Frauen in Leipzig im 20. Jahrhundert. Er führt vor Augen, welchen Einfluss unterschiedliche politische Regime und Gewalt auf das Leben einzelner Frauen haben. Zu den Protagonistinnen gehört Manja: Sie ist 17 Jahre alt und lebt im Leipzig der 1980er- Jahre. Ihre beste Freundin Maxie und sie schwänzen die Schule, sie brechen in Schrebergärten ein und treffen sich im Freibad oder auf dem Rummel mit Jungs. Bis Manja im Zimmer des Vertragsarbeiters Manuel von der Volkspolizei erwischt und in eine Geschlossene Venerologische Station für Frauen zwangseingewiesen wird. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V., der Gedenkstätte Hoheneck, des Instituts für Politikwissenschaft der TU Chemnitz, der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Volkshochschule Chemnitz. Das Projekt wird gefördert durch die Bundesstiftung Aufarbeitung.
Mit dem Siegeszug der Sozialen Medien hat sich die öffentliche Kommunikation grundlegend verändert. Studien zeigen: Vielen gelten Soziale Medien als rechtsfreie Räume. Sie verzerren politische Diskurse und wirken auch auf traditionelle Medien zurück. Geht es einigen Akteuren inzwischen primär um Aufmerksamkeit, die am ehesten durch emotionale Dauererregung erzeugt wird, schwindet der sachliche, konstruktive Dialog. Der Kurs geht diesen Fragen aus sprachwissenschaftlicher Sicht nach. Im Kurs wird die Wirkungsweise populistischer Rhetorik in Sozialen Medien untersucht.
Seit Urzeiten erkunden Menschen den Willen der Götter, befolgen deren heilige Ordnung und hoffen auf Erlösung. Der Religionswissenschaftler Prof. Dr. Bernhard Maier beschreibt in seinem Buch „Weltgeschichte der Religionen. Von der Steinzeit bis heute“ die Geschichte der Religionen von den frühesten Grabkulten über die Weltbilder des Alten Orients und den Monotheismus bis zu den heutigen Religionskonflikten und der individuellen Suche vieler Menschen nach Heil. An diesem Abend möchte er zu seinen Forschungen rund um die Geschichte der Religionen ins Gespräch kommen.
Der Vortrag beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen Veränderungen wahrnehmen und wie unterschiedliche Gruppen auf sozialen Wandel reagieren. Dabei soll gezeigt werden, dass ein Teil der gegenwärtigen politischen und sozialen Konflikte mit einer starken Dynamisierung der Gesellschaft zu tun hat. Es wird auch diskutiert, wie sich das Bedürfnis nach Kontinuität und Prozesse der Veränderung miteinander kombinieren lassen. Prof. Dr. Steffen Mau hat den Lehrstuhl für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin inne und ist Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen. Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „vhs.wissen live – das digitale Wissenschaftsprogramm“ als Kooperation der Volkshochschulen Chemnitz, Landkreis Esslingen und SüdOst im Landkreis München.
Geschlossene Venerologische Stationen – dahinter verbirgt sich ein Kapitel von DDR-Unrecht, das bislang nur wenig bekannt ist. Unter dem Vorwurf, an einer sexuell übertragbaren Krankheit zu leiden, wurden zehntausende Frauen ab einem Alter von zwölf Jahren für mehrere Wochen in abgeschlossene Klinikbereiche zwangseingewiesen. Dort waren sie täglich sexualisierter Gewalt und einem rigorosen Disziplinierungs- und Strafregime ausgesetzt. Der Vortrag gibt einen Überblick zu diesem Thema und präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse für den ehemaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V., der Gedenkstätte Hoheneck, des Instituts für Politikwissenschaft der TU Chemnitz, der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Volkshochschule Chemnitz. Das Projekt wird gefördert durch die Bundesstiftung Aufarbeitung.
Der Vortrag zeichnet ein Innenbild der rivalisierenden Strömungen der „trumpistischen“ Szene in den USA am Beispiel der MAGA-Bewegung im Umfeld der anstehenden Zwischenwahlen in den USA. Dabei werden auch die Stärkeverhältnisse innerhalb der rechten Szene in den USA analysiert. Gibt es einen „Trumpismus“ ohne Donald Trump? Wie wird sich die MAGA-Bewegung weiterentwickeln? Wie sieht es in der MAGA-Bewegung intern aus? Der Referent Prof. Dr. Michael Hochgeschwender lehrt Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „vhs.wissen live – das digitale Wissenschaftsprogramm“ als Kooperation der Volkshochschulen Chemnitz, Landkreis Esslingen und SüdOst im Landkreis München.
Mit Internet, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz verändern sich Arbeitswelten seit vielen Jahren spürbar. Unter anderem wird Arbeit flexibler und mobiler, Grenzen zwischen Erwerbsarbeit und anderen Lebensbereichen verschwimmen. Kommunikation und Zusammenarbeit werden mittlerweile in hohem Maß über digitale Medien organisiert. Damit ändern sich Anforderungen an die Einzelnen, Kollegialität und die Bedeutung des betrieblichen Arbeitsplatzes als sozialem Ort. Der Vortrag gibt einen Überblick über zentrale Forschungsergebnisse, insbesondere zum Wandel von Büroarbeit.
Der Zeithistoriker Prof. Dr. Norbert Frei nimmt den 150. Geburtstag Konrad Adenauers 2026 zum Anlass für ein Porträt des Mannes, der die deutsche Geschichte nach 1945 als Bundeskanzler geprägt hat. Konrad Adenauer bildet nach der NS-Diktatur, dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Holocaust 1949 die erste Bundesregierung und verankert die von außen gestiftete Demokratie in der Bundesrepublik. Der Vortrag zeichnet die Kanzlerschaft Konrad Adenauers nach. Prof. Dr. Norbert Frei lehrte Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „vhs.wissen live – das digitale Wissenschaftsprogramm“ als Kooperation der Volkshochschulen Chemnitz, Landkreis Esslingen und SüdOst im Landkreis München.
Das jüdische Leben in der DDR ist eher unbekannt. Die Veranstaltung geht der Frage nach, welchen Raum jüdische Erfahrungen im staatlich verordneten Antifaschismus in der DDR erhielten. Wurde im staatlichen Gedenken allgemein von „Kämpfern gegen den Faschismus“ gesprochen, rangen jüdische Überlebende bereits direkt nach 1945 um eine würdige Bestattung der Toten und eine sichtbare Erinnerung an die Shoah. Der Historiker Dr. Alexander Walther geht in seinem Vortrag der Rolle jüdischer Akteure wie Lin Jaldati, Helmut Eschwege oder Heinz Knobloch nach. Anhand persönlicher Nachlässe zeigt er ihr spannungsreiches Handeln zwischen eigensinniger Aufklärungsarbeit und teils schmerzhaften Zugeständnissen an die SED. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, des Staatsarchivs Chemnitz, des Stasi-Unterlagen-Archivs Chemnitz und der Volkshochschule Chemnitz im Projekt „Kontrovers vor Ort“.
Im Jahr 1795 verfasste Immanuel Kant die kleine, aber bedeutende Schrift „Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf“. Darin formuliert er ein philosophisches Regelwerk für die Politik, das zwar eine Utopie bleibt, aber dennoch Gedanken enthält, die bis heute programmatisch sind, wie etwa der Völkerbund oder die Vereinten Nationen zeigen. Auch für die Philosophen Grete Hermann (1901 bis 1984) und Carl Friedrich von Weizsäcker (1912 bis 2007) spielt das Thema der Friedenssicherung eine zentrale Rolle. Worin besteht die Aktualität dieser Überlegungen? Inwiefern helfen solche Gedanken in politisch unruhigen Zeiten?
Die Astronomie gehört für viele zu den schönsten Wissenschaften überhaupt, weil mit ihr faszinierende und atemberaubend ästhetische Aufnahmen gewonnen werden können. Einen großen Anteil daran haben Weltraumteleskope wie Hubble oder neuerdings James Webb. Doch auch andere Instrumente und Methoden der Astrophysik liefern Bilder, die einen großen Reiz ausüben. Der Astrophysiker Dr. Andreas Müller entführt sein Publikum in die Magie der astronomischen Aufnahmen. Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „vhs.wissen live – das digitale Wissenschaftsprogramm“ als Kooperation der Volkshochschulen Chemnitz, Landkreis Esslingen und SüdOst im Landkreis München. Sie findet in Kooperation mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) statt.
Der Vortrag erläutert die Grundnorm der seit 1945 geltenden Völkerrechtsordnung: das Verbot der Anwendung militärischer Gewalt in den internationalen Beziehungen. Mit dem Blick eines Praktikers geht Prof. Dr. Dr. Claus Kreß auf ihren historischen Hintergrund ein und untersucht mit der Friedenssicherung die aktuellen politischen Herausforderungen des Völkerrechts und seine Zukunftsperspektiven. Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „vhs.wissen live – das digitale Wissenschaftsprogramm“ als Kooperation der Volkshochschulen Chemnitz, Landkreis Esslingen und SüdOst im Landkreis München.
In vielen zeitgenössischen politischen Debatten spielt der Begriff der Freiheit eine große Rolle. Gerade bei der Frage, wo die Grenzen der Meinungsfreiheit liegen, wird die Freiheit von Individuen in Gesellschaft und Politik diskutiert. Erscheint Freiheit für die einen nur mehr als Floskel oder Schlachtruf, suchen andere nach der Substanz des Begriffs. Der Vortrag geht diesen Fragen nach und greift dabei auf philosophische Traditionen von Freiheit zurück. Wir laden Sie ein, dazu mit Dr. Philipp Schink ins Gespräch zu kommen. Er forscht seit vielen Jahren zu den Themen des Abends und hat 2017 u. a. die Textsammlung „Freiheit. Zeitgenössische Texte zu einer philosophischen Kontroverse“ veröffentlicht.
Steht die deutsche Demokratie 35 Jahre nach der Einheit am Scheideweg? Stellen wir uns den Freiheitsaufgaben oder geben wir unsere Freiheit auf? Marko Martin blickt in seinem Buch „Freiheitsaufgaben“ über den Tellerrand der innerdeutschen Debatten zu den großen intellektuellen Stimmen wie Manès Sperber und André Glucksmann. Er formuliert einen Appell gegen die Lockrufe nach autokratischer Entmündigung und für eine kategorische Ablehnung der Mutlosigkeit. Als gebürtiger Sachse, als Kriegsdienstverweigerer noch vor dem Mauerfall ausgereist, ist Marko Martin in Ost und West sozialisiert. In seinem Buch ermutigt er dazu, das Verständnis von Freiheit zu überprüfen. Zu stark sei das Missverständnis vieler, diese bedeute automatisch Glück. Doch Freiheit heißt Verantwortung. Wir laden Sie ein, an diesem Abend mit ihm ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V. und der Volkshochschule Chemnitz.