Es gibt Umbrüche, die allumfassend sind. Die Gesprächsgäste des Abends haben solche Umbrüche erlebt. Für Nadja Klier, Tochter einer DDR-Bürgerrechtlerin, war die Überwachung durch die Stasi Alltag. Ihre plötzliche Ausbürgerung 1988 aus der DDR erlebte die Jugendliche als Schock und existentiellen Umbruch. Ingo Hasselbach geriet schon früh in Konflikt mit dem DDR-Regime. Zunächst war er Punk, radikalisierte sich dann im Gefängnis und wurde Anfang der 1990er-Jahre zu einem der führenden Neonazis Ostdeutschlands. Er schaffte den gefährlichen Ausstieg aus der Szene und gründete ein Aussteigernetzwerk. Im Gespräch mit den Gästen ist die Erfahrung des Umbruchs zentral, zudem wird auf die Vergangenheit und die Zukunft geblickt. Die Veranstaltung wird von Knut Elstermann moderiert und ist eine Kooperation des Deutschen Volkshochschulverbandes und der Bundesstiftung Aufarbeitung.
Der Journalist und Wissenschaftler Dr. Lutz Mükke hat als Afrika-Reporter unter anderem für die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung gearbeitet. Als Reporter und Wissenschaftler war er in über 30 Ländern des Kontinents unterwegs. An diesem Abend berichtet er über seine Tätigkeit, den journalistischen Auftrag und seine Recherchen. Dr. Lutz Mükke hat Journalistik und Afrikanistik in Leipzig und Kampala/Uganda studiert. Er war Wissenschaftlicher Direktor am Europäischen Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung und federführender Mitgründer des Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit.
Wenn über die Einheit Deutschlands gesprochen wird, bleiben manche Stimmen außen vor, oft werden Erfahrungen der „Mehrheitsgesellschaft“ in Ost und West damit verbunden. Doch wie erlebten Menschen mit Migrationsgeschichte die Umbrüche seit 1989/90? Ihre Geschichten erzählen nicht nur von Freude und Erleichterung, sondern auch von Unsicherheit, Ausgrenzung und Rassismus. Pauline José Miguel und Cahit Başar gehen im Gespräch mit der Moderatorin Nhi Le diesen Themen nach. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Deutschen Volkshochschulverbandes und der Bundesstiftung Aufarbeitung.
Mit dem Siegeszug der Sozialen Medien hat sich die öffentliche Kommunikation grundlegend verändert. Studien zeigen: Vielen gelten Soziale Medien als rechtsfreie Räume. Sie verzerren politische Diskurse und wirken auch auf traditionelle Medien zurück. Geht es einigen Akteuren inzwischen primär um Aufmerksamkeit, die am ehesten durch emotionale Dauererregung erzeugt wird, schwindet der sachliche, konstruktive Dialog. Der Kurs geht diesen Fragen aus sprachwissenschaftlicher Sicht nach. Im Kurs wird die Wirkungsweise populistischer Rhetorik in Sozialen Medien untersucht.
Was unterscheidet das Aufwachsen in einer Diktatur von dem in einer Demokratie? Was passierte, wenn Jugendliche in der DDR mit dem System in Konflikt gerieten? Die Veranstaltung geht der Frage nach, was junge Menschen damals geprägt hat und was sie heute beschäftigt, wo Erfahrungen vergleichbar und wo Unterschiede entscheidend sind. Die Veranstaltung lädt dazu ein, Generationen ins Gespräch zu bringen und über das Leben von jungen Menschen in Umbruchszeiten nachzudenken. Im Gespräch mit Lisa Trebs und Tim Eisenlohr geht die Moderatorin Miriam Menzel diesen Fragen nach. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Deutschen Volkshochschulverbandes und der Bundesstiftung Aufarbeitung.
Welche Rolle spielen Emotionen in der Politik? Gerade widerstreitende Meinungen oder politische Gegner rufen persönliche Gefühle hervor, selten gelingt es, neutral zu sein. Aber welche Gefühle sind das genau, wie entstehen sie und was bewirken sie in der Gesellschaft? Der Vortrag geht der Frage nach, warum sich Menschen in Deutschland zunehmend nicht nur politisch, sondern auch emotional voneinander entfernen und welche Konsequenzen dies für das gesellschaftliche Zusammenleben hat.