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Chronik

der Volkshochschule Chemnitz

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  • Abbildung des Gründers Dr. Karl Hans Keller
  • Programm zur Eröffnungsfeier der Chemnitzer Volkshochschule

Ich kann mit fertigen Menschen nicht sanfangen. Es gibt fertigere Menschen denn mich, sicherlich ungezählte. Aber keiner ist fertig, soll je fertig sein.

Christian Morgenstern

 

Als Christian Morgenstern vor 90 Jahren diese Zeilen schrieb, konnte er nicht wissen, dass die technische Entwicklung im ausgehenden zweiten Jahrtausend ihm von Tag zu Tag mehr Recht gibt. Wer vorgestern noch stolz seinen ersten Computerarbeitsplatz in den Griff bekam, musste sich gestern schon auf dem Datenhighway mit E-Mails und im Internet zurechtfinden. Heute muss er neue Steuerregelungen lernen und sich mit dem Euro anfreunden. Nichts bleibt wie es ist, alles ist ständigen Veränderungen ausgesetzt.

 

In den vergangenen Jahren hat die Volkshochschule Chemnitz ihren Beitrag dazu geleistet, den Bürgern der Stadt und des Umlandes die Hilfen zu leisten, die nötig waren, damit sie sich in der veränderten Welt eines demokratischen Rechtsstaates leichter zurechtfinden konnten. Dazu gab es Rechts- oder Steuerkurse, Veranstaltungen zur Sozialversicherung und vieles mehr. Aber es gab eben auch Fortbildungen, die einzig dazu dienten, sich im jeweiligen Beruf weiterzubilden, die dazu dienten, vorhandene Chancen in der Arbeitswelt zu nutzen oder sich â€“ im Falle von Arbeitslosigkeit â€“ neue Türen zu öffnen.

 

Doch die Geschichte dieser Jahre beginnt vor achtzig Jahren. Besser: Vor 83 Jahren. Am 2. Mai 1916, also noch zu Zeiten des Kaiserreiches, hatte sich der Verein für Volksbildung zu Chemnitz e. V. gegründet, dessen Aufgabe es sein sollte, eine Volkshochschule ins Leben zu rufen. Seine Arbeit konnte er dann erst zu Zeiten der Weimarer Republik aufnehmen. Offizieller Starttermin war der 9. Februar 1919.

Damit war die Chemnitzer Volkshochschule bundesweit eine der und in Sachsen die erste, die überhaupt den Lehrbetrieb aufnahm. Auch wenn Chemnitz an der Spitze der Bewegung stand, so reihte sich die hiesige Volkshochschule in den Grundkonsens der deutschen Volkshochschulbewegung ein: Ihre Zielgruppe waren die Arbeiter, waren diejenigen, die, aus welchem Grund auch immer, nicht mehr besaßen, als die Volksschulbildung.

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