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Das 999er Strafbataillon

Angehörige der 999er aus Chemnitz und Umgebung auf dem Truppenübungsplatz Heuberg

Eine Veranstaltungsreihe über das 999er Strafbataillon gewährt Ihnen vom 9. bis 23. Februar 2010 Einblicke in die Geschichte und das Schicksal der während des II. Weltkrieges im faschistischen Deutschland gebildeten und eingesetzten Strafeinheit. Lauschen Sie einem preisgekrönten Audiofeature, Lesungen und Zeitzeugenberichten.

Vom Strafbataillon in die Freiheit
Lesung mit dem Schauspieler Klaus Schleiff und Zeitzeugengespräch mit dem „999er“ Kurt Neukirchner.

 

Kurt Neukirchner wurde als junger Kommunist 1934 verhaftet. Es folgten Untersuchungshaft in Chemnitz – Langestraße und auf dem Kaßberg – Verhöre und Misshandlungen. Seine Einberufung 1942 in das Strafbataillon 999 setzte ihn neuen Gefahren aus. Nach mehreren Fluchtversuchen erreichte er schließlich die rettenden britischen Linien.

 

Termin: Dienstag, 9. Februar 2010, 19 Uhr
Ort: Volkshochschule im Haus DAStietz, 3. OG, Veranstaltungssaal

Entgelt: frei

 

 â€žBesser die Hände gefesselt als der Wille – Das Vermächtnis des
Kriegesdienstverweigerers Franz Jägerstätter“
Ein Hörbild von Klaus Ihlau

 

Franz Jägerstätter war ein katholischer österreichischer Landwirt und Kriegsdienstverweigerer im Zweiten Weltkrieg. Infolge seiner negativen Erfahrungen beim Militär, den Kenntnissen vom Euthanasieprogramm der Nazis und der Verfolgung der Kirche im Dritten Reich verfestigte sich sein Entschluss nicht mehr zum Militär einzurücken. Öffentlich erklärte er, dass er nicht gegen sein religiöses Gewissen für den nationalsozialistischen Staat kämpfen könne. Nachdem er ins Zuchthaus verbracht wurde und seine Wehrdienstverweigerung nicht widerrief, wurde er am 9. August 1943 in das Zuchthaus Brandenburg an der Havel gebracht und dort um 16 Uhr durch das Fallbeil hingerichtet.

 

Termin:  Dienstag, 16. Februar 2010, 19 Uhr
Ort:   Volkshochschule im Haus DAStietz, 3. OG, Veranstaltungssaal
Entgelt: frei

 

„Das 999er Straf-Bataillon“
Vortrag und Diskussion mit dem Historiker Dr. Hans Peter Klausch.

 

Abgeschoben in die 999er Einheiten wurden Kriminelle, aber auch Regimegegner und Regimekritiker, kommunistische Spanienkämpfer und Zeugen Jehovas, Sozialisten und Sozialdemokraten oder – vereinzelt – oppositionelle Nationalsozialisten, beispielsweise Anhänger der „Schwarzen Front“ des Hitler-Gegners Otto Strasser. Der Großteil dieser rund 8000 politischen 999er gehörte zur Linken, die Hälfte war kommunistisch. Wolfgang Abendroth zum Beispiel, der Jurist und Politikwissenschaftler, der Bildhauer Fritz Nolde, der Komponist Kurt Schwaen und der frühere Reichstagsabgeordnete Wilhelm Agatz aus Essen taten Dienst im „Bewährungsbataillon“.

 

Termin: Dienstag, 23. Februar 2010, 19 Uhr
Ort: Volkshochschule im Haus DAStietz, 3. OG, Veranstaltungssaal

Entgelt: frei


Kontakt:
Herr Gerd Kurbjuhn, Politische Bildung
Telefon: 0371 488-4326
E-Mail: kurbjuhn@vhs-chemnitz.de

 

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